Fachperson Betreuung, ein Frauenberuf?

2. November 2020
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Am diesjährigen Zukunftstag, der leider abgesagt werden musste, hätten sich neugierige Schüler bei uns vor Ort ein Bild von diesem vermeintlichen Frauenberuf machen können. Nun erzählen zwei Lernende und ein diplomierter Fachmann Betreuung, weshalb sie den Beruf gewählt haben und was es aus ihrer Sicht braucht, um Jungs für die Arbeit in Kitas zu begeistern.

 

Marco Schönenberger, 1. Lehrjahr Fachmann Betreuung: "Mich hat der Beruf schon seit längerer Zeit interessiert. Es gefällt mir, den Kindern etwas beizubringen und mit strahlenden Kinderaugen dafür belohnt zu werden. Die fröhliche, unbeschwerte Art der Kinder erfreut mich jeden Tag aufs Neue. Bevor ich die Ausbildung begonnen habe, konnte ich im Praktikum bei Fiorino erste Erfahrungen sammeln und mich schon etwas einarbeiten. Das war sehr wertvoll für mich. Mein Umfeld hat positiv auf meine Berufswahl reagiert. Ich kann mir vorstellen, dass Berufe in der Kinderbetreuung als typisch weiblich angesehen werden, weil früher die Frauen auf die Kinder aufgepasst haben. Das ist wohl auch heute noch in vielen Köpfen drin."

 

Was sehen Marco und die zwei Kleinen auf der anderen Seite des Zaunes wohl?

 

Tim Eberle, 1. Lehrjahr Fachmann Betreuung: "Meine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Arbeit mit Kleinkindern zu mir passen könnte. Also ging ich im Fiorino West schnuppern. Dort war ich damals übrigens der einzige Mann. Der Beruf hat mich sofort angesprochen. Kein Tag ist wie der andere, aber eines ist sicher: Jeden Tag bringen mich die Kinder zum Lachen. Das gefällt mir. Am liebste gehen ich mit den Kindern nach draussen. Wir spielen im Garten oder gehen auf einen Spaziergang. Ich freue mich jeden Tag auf Neue, wenn ich die Kinder morgens entgegennehmen kann. Wir haben ein gutes Team, können offen über alles reden und unterstützen uns. Dass die Frauen in der Mehrzahl sind, ist kein Problem. Es ist eine angenehme Zusammenarbeit. 
Anfangs hatte ich keine Lust, zuerst ein Praktikum zu absolvieren, aber es hat sich gelohnt. Es ist die perfekte Vorbereitung auf die Lehre." 

 

Tim erzählt seinen aufmerksamen Zuhörerinnen eine spannende Geschichte.

 

Ugur Yetgin, diplomierter Fachmann Betreuung: "Ich habe als Fachmann Gesundheit in einem Pflegeheim gearbeitet und aufgrund der Arbeitszeiten nach einer Alternative gesucht. Nach einem Praktikum im Kinderbetreuungsbereich habe ich mich entschieden, die Ausbildung zum Fachmann Betreuung Kinderbereich zu absolvieren. Meine Eltern waren zu Beginn etwas skeptisch, meine Kollegen haben sich darüber amüsiert, aber bei den Frauen in der Ausbildung kam es sehr gut an. ;-) Inhaltlich hilft es einem dann auch, eigene Kinder grosszuziehen. 

Die Zusammenarbeit in einem Team, das vorwiegend aus Frauen besteht, hat mir am Anfang Mühe bereitet, denn Männer und Frauen denken in vielen Themen unterschiedlich. Da ist gegenseitiges Verständnis nötig und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Ich würde es begrüssen, wenn es bei uns mehr Männer geben würde. Ansätze, um den Beruf attraktiver zu gestalten, sähe ich beispielsweise in der Durchführung von Anlässen für Fiorino-Mitarbeiter, im Aufzeigen von Karrieremöglichkeiten. Zudem wären mehr Lohn und mehr Ferien eine Option. Und natürlich muss sich das vorherrschende, nicht mehr zeitgemässe Bild in der Gesellschaft, wonach der Mann arbeiten geht und die Frau auf die Kinder schaut, ändern." 

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